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Persönliche Information von Oberbürgermeister Andreas Hesky

„Alles hat seine Zeit“

Seit 13. März 2006 darf ich meinen Traumberuf, das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Waiblingen, ausüben. Für jeden Tag in diesem Amt bin ich, seit 5590 Tagen, dankbar.

Ich fühle mich vom Gemeinderat und von den Ortschaftsräten getragen und motiviert. Das menschliche Miteinander und die Verbundenheit schätze ich sehr, ebenso die Diskussion in allen Gremien, auch in den anderen bürgerschaftlichen Gremien, da es immer um das Wohl unserer Stadt Waiblingen geht.

Das Team der Stadtverwaltung - gemeinsam mit meiner Kollegin, Frau Dürr, und meinem Kollegen, Herrn Schienmann, die wir gut zusammenarbeiten - ist motiviert, denkt mit, ist ebenso wie ich von und für Waiblingen begeistert und setzt seine Kraft für unsere Stadt ein. Gleiches gilt für die Geschäftsführer und die Belegschaft der Stadtwerke und aller weiteren städtischen Gesellschaften.

Waiblingen zeichnet sich durch eine lebendige und aufgeschlossene Bürgerschaft aus. Mit ihrer Beteiligung ist es gelungen, die Stadt weiter zu entwickeln und sich neuen Herausforderungen erfolgreich zu stellen. Viele Projekte konnten dank dieser konstruktiven Atmosphäre in den bisher 15 ¼ Jahren meiner Amtszeit umgesetzt und auf den Weg gebracht werden. Als große Gemeinschaftsaktion wurden die Heimattage 2014 erfolgreich gefeiert. Waiblingen hat sich bei der Remstalgartenschau 2019 als Kreisstadt des Rems-Murr-Kreises eindrucksvoll präsentiert.

Eigentlich könnte alles so weitergehen, da viele laufende Projekte in der Umsetzung sind und Neues wartet. Der Gemeinderat, die Ortschaftsräte, wir drei in der Dezernentenrunde und das Team der Stadtverwaltung harmonieren sehr gut. Beste Voraussetzungen, um weiterhin gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Dennoch… nach zwei Amtsperioden als Oberbürgermeister in Waiblingen und mit den Zeiten als Bürgermeister in Wendlingen am Neckar und als Erster Bürgermeister in Ludwigsburg - es kommen fast 30 Jahre als Wahlbeamter zusammen - hat sich mir die Frage gestellt, ob es eine weitere Amtszeit geben soll.

Vieles spricht dafür. Waiblingen ist eine großartige Stadt, für die es sich lohnt, sich jeden Tag aufs Neue mit Mut, Kreativität und Energie einzusetzen. Ich fühle mich nicht ausgelaugt und habe Freude, jeden Tag mein Amt auszuüben. Das ist mir wichtig, und ohne diese Freude wäre nicht der nötige und gewohnte Arbeitseinsatz möglich.

Aber schon in der Bibel steht „Alles hat seine Zeit“. Ich habe mich daher entschieden, für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen.

Diese Entscheidung fällt aus freien Stücken, ohne Einfluss von außen. Mit meiner Frau und meiner Familie habe ich dies sehr intensiv besprochen. Diese Entscheidung ist wohl überlegt, sie ist nicht aus einer Laune heraus getroffen. Es gibt keinen Anlass, der mich dazu bewegt, auch keine Sorge vor einer anstehenden Wahl. Ich bin Demokrat, weiß, was Wahlen bedeuten, und alle Wahlen habe ich sehr ernst genommen, auch wenn ich Einzelbewerber war. Kein Wahlergebnis habe ich als selbstverständlich betrachtet.

Ich fühle mich in Waiblingen sehr gut verankert. Aus der Bürgerschaft, von den Vereinen, Kirchen, den Gewerbetreibenden, den kommunalen Akteuren spüre ich Zuspruch. Das bisher Geleistete und den breiten Erfahrungsschatz würde ich als gute Ausgangsbasis sehen, um davon zu überzeugen, auch die Herausforderungen und künftige anstehende Aufgaben gemeinsam mit der Bürgerschaft und der Kommunalpolitik meistern zu können.

Meine Entscheidung fällt auch nicht wegen einer neuen beruflichen Herausforderung. Das Amt des Waiblinger Oberbürgermeisters ist und bleibt mein Traumberuf. Ich suche keine neue Herausforderung, um dieses Amt zu übertreffen. Es gibt noch keine konkreten Pläne für die Zeit danach, auch habe ich bisher kein Angebot für eine Tätigkeit im Anschluss daran. Ich will aber eine Tätigkeit nicht ausschließen.

Der Grund für meinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur ist also einzig und allein die Überzeugung, dass jetzt für mich und meine Familie ein guter Zeitpunkt kommt, um nochmals eine neue Lebensperspektive zu wählen. Und dass ich dies im beruhigenden Gefühl tun kann, dass Waiblingen für die kommenden Jahre gut aufgestellt ist.

Bis zum 12. März 2022 ist noch einiges zu tun. Die Haushaltsplanberatungen stehen an, Bürgerbeteiligungsverfahren laufen, neue Bauprojekte werden angepackt, um nur Weniges herauszugreifen. Auch die Pandemie erfordert nach wie vor höchsten Einsatz, um das erfolgreich Erreichte nicht zu gefährden. Daher werde ich mich wie bisher mit ganzer Kraft und vollem Einsatz für Waiblingen einbringen. Das dürfen Sie von mir erwarten und so kennen Sie mich.

Es ist noch nicht der Moment für Abschiedsworte. Worte des Dankes seien aber bereits heute allen Wegbegleitern und Unterstützern gesagt, die mir geholfen haben, das Amt in Waiblingen zu gestalten und die vielen großen und kleinen Aufgaben und Herausforderungen zu meistern.

Ich bin mir bewusst, dass viele darauf hofften, dass ich für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung stehe. Die vielen Rückmeldungen, auch aus den Gremien und der Bürgerschaft, haben mir das verdeutlicht. Auch dafür bin ich dankbar.

Ihr

Andreas Hesky

Oberbürgermeister


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